Gedanken zum 5. Sonntag nach Trinitatis, 12. Juli 2020

 

Und etwas anderes wird sichtbar werden: Die von Gott gewandelte Welt.

   

                                                                                                         Foto © Christian Schwarz                        

Liebe Leserin, lieber Leser,

 

gibt es für Sie einen Ort, an dem Sie sich besonders entspannen und zur Ruhe kommen können? Vielleicht gerade jetzt besonders in diesen Wochen und Monaten, die durch die Corona-Pandemie auch immer wieder so belastet waren und sind?

 

Für mich ist es immer sehr entspannend, draußen zu sein. Und vielleicht besonders, an einem See zu sitzen. Die Sonne lässt das Wasser glitzern, braun, blau und grün. Irgendwo singt ein Vogel. Ein Windhauch kommt und bewegt das Wasser, es schlägt gegen die Steine, gluckert. Und manchmal, wenn ich so sitze, ist der Alltag ganz weit weg. Ja, dann ist es so, als würde der Alltag wie ein Vorhang sich öffnen und etwas anderes sichtbar.

 

Im Neuen Testament ist der See Genezareth ein ganz besonderer Ort.

Der Ort, an dem Jesus aus Nazareth predigt und die ersten Jünger beruft. Der Ort, an dem der Alltag plötzlich sich öffnet wie ein Vorhang und etwas ganz anderes aufleuchtet. Das Reich Gottes. 

 

Das erfahren auch Simon – der später „Petrus“, also „Fels“ genannt wird-  und andere Männer, die Jesus als erste Jünger beruft. Im Lukasevangelium im 5. Kapitel wird erzählt, wie Jesus von Nazareth den  Simon und andere Fischer bittet, erneut auf den See Genezareth hinauszufahren und die Netze auszuwerfen… Und das obwohl die Fischer die ganze Nacht draußen waren und nichts gefangen haben… Sie werden überreich belohnt: Denn sie fangen so viele Fische, dass die Boote fast kentern!  -- Wieder an Land fordert Jesus dann Simon und die anderen auf, sie sollten jetzt Menschenfischer werden: Sie sollten also selbst Zeugnis ablegen vom lebendigen Wort Gottes. Und wenn sich Menschen davon ansprechen und berühren lassen, dann könnten sie dafür dankbar sein, darüber staunen und sich freuen wie an dem überreichen Fischfang. Das alles… ein Wunder!

 

Aber beginnt das Wunder nicht schon früher? Denn allein auf Jesu Wort hin fahren Simon und die anderen Fischer abermals hinaus auf den See. Obgleich sie doch die ganze Nacht draußen waren und keinen einzigen Fisch fingen. Simon hat die Erfahrung auf seiner Seite: Die Erfahrung seines gesammelten Berufslebens, dazu die Erfahrung seines Vaters und Großvaters, allesamt Fischer… Zutiefst weiß Simon darum: Wenn sie in der Nacht keine Fische fingen, dann wird es jetzt in der Helligkeit und in der Unruhe des Tages erst recht nicht gehen. Simon könnte sagen: „So ist es und so wird es bleiben“. Und argumentieren wir nicht auch zuweilen so? Simon aber lässt sich auf Jesu Wort hin überzeugen, all seiner Lebenserfahrung zum Trotz. Simon also zeigt sich ansprechbar dafür, dass es mehr gibt als das tägliche Leben, das uns vor Augen liegt.

Und erst diese Offenheit Simons für das lebendige Wort Gottes. Erst das  ermöglicht, dass der Alltag sich öffnet wie ein Vorhang. Und dass das Reich Gottes sichtbar wird.

 

Das ganze bisherige Leben hinter sich lassen, um Jesus Christus nachzufolgen? Das werden wir vermutlich nicht. Aber „Zeugnis abgeben“, das können wir doch trotzdem? „Zeugnis abgeben“ – also von unserem Glauben erzählen: Wo berührt uns das lebendige Wort Gottes? In welchen Momenten fühlen wir uns getragen und begleitet von Gott?  Wann zaudern und zweifeln wir und fühlen einen Riss durch unseren Glauben gehen? Und wann wiederum spüren wir, uns geborgen in Gott? Wenn wir uns anderen Menschen öffnen... Und - durchaus auch nach Worten suchend und stammelnd - von unserem Glauben erzählen. Dann kann es in gesegneten Momenten so sein als würde der Alltag sich öffnen wie ein Vorhang… Und etwas anderes sichtbar werden… Die von Gott gewandelte Welt.

 

Ich wünsche Ihnen solche segensreiche Momente.

 

Mit herzlichen Grüßen,

 

Melanie Lohwasser, Pfarrerin

 

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